Blarney 2014

Blarney

Nach unseren ersten beiden Tagen in Baltimore und Midleton hat sich der Sonnenschein verabschiedet und wir haben das für Irland typische Wetter kennengelernt:
15 Grad und nie endender Nieselregen, der ab und an überraschend in Starkregen überging. Natürlich hat uns das nicht davon abgehalten, uns Blarney Castle anzusehen, das nur wenige Kilometer von Cork entfernt liegt.

Blarney Castle liegt, wie der Name bereits vermuten lässt, im irischen Dorf Blarney. Es heißt, dass die Burg im 10. Jahrhundert erbaut wurde, wobei die ältesten Steine auf das Jahr 1210 datiert wurden. Weiterhin sagt man, die Burg sei zuvor aus Holz gewesen und erst im 13. Jahrhundert durch die Steinburg ersetzt.

Blarney Castle war bis zur Enteignung aller irischen Adeligen 1690 auch von diesen bewohnt, bis 1703 der Gouverneur von Cork die Burg mit dem kompletten Anwesen kaufte.

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Die heutige Ruine zu besichtigen war superspannend, wenn auch durch den Dauerregen eine ziemlich glitschige Angelegenheit. Da die Decken des Gebäudes nicht mehr vorhanden sind, regnet es die ganze Zeit munter in die Ruine hinein, so dass man an einigen Stellen aufpassen muss, den Fußboden nicht aus der Nähe zu inspizieren :D
Besonders beeindruckend fand ich die irre schmale Wendeltreppe, die nach oben hin kaum noch ausreichend Platz für einen Erwachsenen bot. Ich bin nun wahrlich nicht groß und ging schon geduckt und mit beiden Schultern an der Wand schabend nach oben ;) Auch die Trittflächen der Stufen waren extrem schmal – für Menschen mit Platzangst definitiv nicht zu empfehlen!

Hat man sich bis ganz nach oben gequetscht, hat man einen tollen Ausblick über die riesige Parkanlage. Auch hier hat uns der Nieselregen einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil die Sicht nicht so weit reichte, aber es war trotzdem sehr cool.
Eine Legende umgibt Blarney Castle:
Wer den Blarney-Stein küsst, soll besonders eloquent werden. Laut den History Schildern soll die Sprachgewandtheit sogar so weit reichen, dass man es entweder ins Bett aller Frauen oder bis ins Parlament schafft ;)
Allerdings muss man sich dafür über die Brüstung lehnen und den Stein kopfüber küssen. Mit Absicherung zwar, aber das haben wir angesichts schwindelerregender Höhe und glitschigem Untergrund dann doch nicht gewagt.

Generell lässt sich natürlich nur noch erahnen, wie damals das Leben in der Burg ausgesehen haben muss. Die Schlafzimmer waren sehr klein, hauptsächlich hielt man sich in der großen Halle auf, die wie ein Wohnzimmer genutzt wurde. Hier hatte man einen riesengroßen Kamin – übrigens den einzigen im ganzen Bau – und die Küche war gleich nebenan. Hier war es warm, hier gab es Essen, also spielte in diesem Raum hauptsächlich das Geschehen ab. Also so ziemlich wie heute auch noch ;) Laut den Infotafeln war diese Halle ursprünglich auch gefliest und mit Teppichen an den Wänden verkleidet – also deutlich gemütlicher, als man vielleicht vermuten mag.

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Innerhalb der Parkanlage findet man noch ein wunderschönes Herrenhaus, das wir leider nur von außen bestaunen konnten, weil die Öffnungszeiten sehr eingeschränkt sind. Außerdem gibt es noch die Wishing Steps und die Witch’s Cave – allerdings mussten wir auch hier passen, weil wir schon völlig durchnässt waren und es noch ein ganz schönes Stück zu Fuß gewesen wäre.
Was wir aber gemacht haben:
Kupfergeld in einen der Bäche geworfen und einen Wunsch in Gedanken formuliert. Mal schauen, ob er in Erfüllung geht ;) Auf dem Rückweg haben wir auch noch ein Schild gesehen, das ausdrücklich untersagt, Kobolde zu jagen – haben wir selbstverständlich nicht gemacht (bei dem Regen waren die bestimmt auch nicht draußen unterwegs).

Die Vegetation ist übrigens äußerst sehenswert, man fühlt sich oft ein bisschen wie in Jurassic Park :D Es gibt unendlich viele Farnarten, Mammutblätter und riesige Bäume.
Ein paar Mitbringsel durften dann auch noch mit: ein kleines bisschen Blarney Stone für zu Hause und eine Kette für mich :) Ein weiteres Andenken war die Erkältung am nächsten Tag :D

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Neben Blarney Castle gibt es noch ein paar kleine Geschäfte und Lokalitäten in dem Dorf. Und nicht zu vergessen die „Woolen Mills“ – das größte „Irish Store“ der Insel. Vergleichbar mit einer Art Kaufhaus, in dem man alles mögliche einkaufen kann, das typisch irisch ist. Waterford Crystal, Kleidung und Accessoires aus Schafwolle (sehr kratzig), Tee, Kekse, andere Süßigkeiten, Souvenirs – wer bereit ist, die gesalzenen Preise zu zahlen, kann dort ausgiebig shoppen gehen. Wir haben es vorgezogen, in den „normalen“ Läden in den kleineren Städten einzukaufen, wo es oftmals viel günstiger war und man die gleichen Dinge kaufen konnte.

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