Der Belo Monte Damm

Heute entlasse ich euch mit einem nachdenklichen Post ins Wochenende.
Eben gerade habe ich im Internet folgendes gelesen:

Bild

Dieses Bild soll um die Welt gehen.

Zu sehen ist Raoni der Häuptling des Kayapó-Stammes – einem Indianervolk des Amazonasgebiets im brasilianischen Mato Grosso.
Häuptling Raoni bricht in Tränen aus, als er hört, dass Brasiliens Präsidentin Dilma den Bau des hydroelektrischen Staudamms von Belo Monte freigegeben hat, trotz zahlreicher Proteste, sowie über 600.000 Unterschriften die gesammelt wurden.

Damit wurde das Todesurteil über die Menschen an der großen Biegung des Xingu-Flußes gesprochen. Belo Monte wird insgesamt 400.000 Hektar Regenwald überschwemmen, ein Gebiet, das größer als der Panamakanal ist. 40.000 Menschen indigener und lokaler Bevölkerungsgruppen werden vertrieben – der Lebensraum von sehr vielen Tier-und Pflanzenarten wird zerstört. Das alles, um Elektrizität zu produzieren, die leichter, effektiver, und vor allem gewinnbringender von Investoren erzeugt werden kann.

Ich weiß, dies geschieht nicht unserem Land, nicht auf unserem Kontinent. Ich mancher wird gar sagen, was kümmert uns Brasilien?! Als ob wir keine eigenen Probleme hätten.
Doch dieser Meinung bin ich nicht! Raonis würdevolle Geste, seine Hilflosigkeit hat mich sehr berührt – mich zum Nachdenken gebracht.

Seine Geschichte und die des Kayapó-Stammes soll um die Welt gehen und vielleicht ein Umdenken bewirken. Weg vom rücksichtslosen kapitalistischen Fortschritt, hin zur verantwortungsvollen Gesellschaft.

Teile dies, wenn du willst dass mehr Menschen von Raoni erfahren sollen.

PS.: Auch kannst du diese Petition online unterzeichnen und so die Gegner des Belo Monte Staudamms direkt unterstützen.
http://amazonwatch.org/take-action/stop-the-belo-monte-monster-dam

Quelle: Facebook Profil von Árpád Nándor Lemuriya

Solche Geschichten, Texte und Bilder stimmen mich nachdenklich.
Ich bin bestimmt kein Mensch, der den Kapitalismus blind verteufelt – schließlich profitieren die westlichen Gesellschaften in vielen Bereichen von dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.
Es ist, wie mit allem: Es hat Vor- und Nachteile.
Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass wir in einer Welt leben, in der der Spruch „Geld regiert die Welt“ mehr Gültigkeit hat, denn je. Das kann man gut oder scheiße finden, aber dass das momentan die Welt ist, in der wir leben, sollte man zumindest zur Kenntnis nehmen.
Ich denke, dass Extreme und Übertreibungen generell ins Negative driften – völlig egal, ob im Kommunismus, Sozialismus oder im Kapitalismus.
Wie sagten schon unsere Omas früher? „Übermut tut selten gut.“ Recht hatten sie.

Am Beispiel des Belo Monte Staudamms sieht man wieder einmal, wohin es führt, wenn man übertreibt.
Ist es wirklich sinnvoll und notwendig, 400.000 Hektar Regenwald zu überfluten, weil man Strom produzieren will/muss?
Mit Sicherheit sind wir uns alle einig, dass auch Brasilien Strom produzieren soll/darf/muss, der bezahlbar und ökologisch(er) ist. Aber welchen moralischen Preis darf man dafür zahlen?

Ich finde es schrecklich, wie bereitwillig „der Mensch“ mittlerweile an dem Ast sägt, auf dem er sitzt. Regenwald? Haben wir doch genug! Nachfolgende Generationen? Egal! Hauptsache, wir verdienen jetzt Geld!
Hallo? Diese Denkweise löst (hoffentlich) nicht nur bei mir Kopfschütteln aus.
Was wird den Investoren diese verdiente Geld noch nutzen, wenn ihre Kinder/Enkelkinder dafür keinen Sauerstoff zum Atmen mehr haben, weil wir den Regenwald zerstören?
Jeder, der den Film „Unsere Erde“ gesehen hat, wird jetzt einwerfen, dass auch die Tundra einen beträchlen Beitrag zur Sauerstoffproduktion leistet, genauso wie die Algen im Meer und soweiter und sofort. Mag sein. Aber mit Sicherheit findet „die Menschheit“ auch noch einen Grund, diese Produktionen zu zerstören, wenn der Regenwald erst einmal geplättet wurde.

Mir ist bewusst, dass die Menschen in Brasilien andere Probleme in ihrem Alltag haben, als Umweltschutz. Natürlich hat man eine ganz andere Perspektive auf diese Themen, wenn man derjenige ist, der von dem „neuen“ Strom profitieren wird. Wenn man derjenige ist, der durch das Überfluten, Abholzen und Roden von Regenwald seine Familie ernährt. Es ist klar, dass man sich über die Zerstörung der Natur aufregt, wenn man selbst im Warmen und Trockenen sitzt und sich keine Sorgen über die grundlegenden Dinge, wie Strom und fließend Wasser machen muss.
Trotzdem ist und bleibt es eine schreckliche Sache, die „der Mensch“ da anrichtet.
Glauben wir allen Ernstes, das alles bleibt ohne Konsequenzen?
Und damit meine ich nicht die Diskussion um den Klimawandel. Darüber streiten sich die Gelehrten, ob „der Mensch“ nun „Schuld“ daran ist oder den natürlichen Klimawandel „nur“ beschleunigt.
Das steht in diesem Artikel auch nicht zur Diskussion.

Aber glauben wir tatsächlich, dass es ohne Folgen bleibt, wenn wir jeden Tag fröhlich, hektarweise Regenwald vernichten?
Dabei geht es auch, aber nicht ausschließlich um die indigenen Völker, die ihre Heimat verlieren. Es geht auch um die unzählige Artenvielfalt der Flora und Fauna, die wir einfach ausradieren. Viele Arten, die unwiderruflich ausgelöscht werden, obwohl sie noch nicht einmal von der Wissenschaft entdeckt wurden. Wie traurig das ist.

Ich bin bestimmt kein Heiliger und auch kein „Öko-Freak“, aber man muss sich doch mal die Frage stellen, was wir unseren Kindern und deren Kindern hinterlassen wollen.
Eine völlig ramponierte Welt? Ohne Natur?
Ich sage nicht, dass Geld keine Rolle spielt, das wäre realitätsfremd, wie bereits weiter oben im Text erwähnt. Doch wenn irgendwann kein Baum mehr steht, dann können wir uns von Geld auch keine Neuen mehr kaufen.

Ich habe die Petition hier unterschrieben.
Auch wenn das, und der Artikel hier, nur ein kleiner Beitrag sein kann, es ist immerhin etwas.

So. Jetzt dürft ihr mich flamen, shitstormen, trollen, whatever. Interessiert mich nicht.

Nachdenkliche Grüße
Eure
MissCreARTiv Signatur

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