Midleton – August 2014

Midleton

Wer Irland besucht, sollte sich auf keinen Fall entgehen lassen, eine Führung in einer Whiskey Destillerie mitzumachen.
Ich selbst bin zwar gar kein Whiskeytrinker, aber da der Liebste einen Faible dafür hat und ich an allem interessiert bin, was auch nur annähernd nach Museum aussieht (nerdig, ich weiß), haben wir uns die Jameson Irish Whiskey Destillerie angesehen – und es nicht bereut.

John Jameson gründete seine Destillerie bereits 1780, damals in Dublin. Bis 1971 wurde der Jameson Whiskey auch dort produziert, doch Absatzschwierigkeiten wegen der Prohibition in den USA und hohen Einfuhrzöllen nach der irischen Unabhängigkeit schloss sich die Jameson Distillery mit zwei weiteren Whiskeyherstellern zusammen und eröffnete 1975 in Midleton eine neue, modernere und effizientere Produktionsstätte.

Während der Führung haben wir gelernt, dass der Jameson Whiskey aus gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt wird und einen entscheidenden Unterschied zu einem schottischen Whiskey vorweist:
Während die gemälzte Gerste der schottischen Whiskeys über offenem Feuer getrocknet wird, so dass der Rauch während des Prozesses an das Getreide gelangt, wird der irische Jameson Whiskey in geschlossenen Darren getrocknet, so dass kein Raucharome in das Getreide eindringen kann. Die logische Konsequenz ist, dass der irische Jameson Whiskey keinen rauchigen Geschmack hat.
Nach drei Brennvorgängen wird der Jameson Whiskey in Eichenfässern, in denen vorher Sherry, Portwein oder Bourbon reifen durfte, für unterschiedlich lange Zeit gelagert.

Total faszinierend fand ich, dass es den Beruf des Fassbinders immer noch gibt, wenn gleich auch hauptsächlich zum Instandhalten der eingekauften Fässer.
Im Übrigen steht in der Jameson Destillerie der, mit imposanten 32.000 Gallonen Fassungsvermögen, größte Kupferkessel der Welt. Das Teil ist riesig!
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Midleton besteht natürlich nicht ausschließlich aus der Jameson Destillerie und so haben wir uns nach der Besichtigung noch auf Stadterkundungstour begeben.
Die Hauptstraße ist links und rechts mit kleinen Läden und Restaurants gesäumt und lädt förmlich zum Entlangschlendern ein. In Irland gibt es so viele bunte Häuser, dass es Spaß macht in jede Seitenstraße einen Blick zu werfen :) Was man auch überall sieht sind Blumen, Blumen, Blumen!
In den schönsten Farben hängen und baumeln Blumen von den Balkonen und den Eingängen. Es sieht einfach so freundlich und einladend aus!

Ein „Aunt Nellie’s“ Geschäft hat natürlich sofort meine Aufmerksamkeit erregt, weil es sich um einen Irish Sweet Shop handelt. Am Eingang steht gleich geschrieben: „leave your worries at the door“, was so viel heißt wie man soll seine Sorgen an der Türschwelle zurücklassen.
Tatsächlich ist es ein Süßigkeitenladen, wie man es aus Deutschland nur noch von früher kennt.
Der ganze Laden ist bis unter die Decke voll mit Regalen, in denen sich Bonbonglas an Bonbonglas reiht. Alle Farben, Formen und Arten von Süßigkeiten kann man dort einzeln in zusammenstellen und geht mit seiner individuellen gemischten Tüte nach Hause. Im Hintergrund wird man von Disneymusik (das ist kein Scherz!) berieselt und die Kinder Midletons hauen hier ihr Taschengeld auf den Kopf.
Ein kleines Mädchen lief durch den Laden und verhackstückte mit der Verkäuferin ganz genau, was sie alles für ihre 2 Euro Taschengeld bekommen kann ;) Und da für die Iren „Stress“ und „Hektik“ völlige Fremdwörter sind, wartet einfach jeder geduldig, bis das Kind auch seine letzten 20 Cent wohlüberlegt investiert hat. Herrlich!

Auch gegessen haben wir sehr lecker, in der Sandwichbar „The Country Kitchen“. Für mich gab es sogar eine „glutenfree option“, was mich durch ganz Irland begleitet hat. Ich konnte überall – wirklich überall – unterwegs in Restaurants essen. Die vollen Berichte über meinen persönlichen kulinarischen Himmel findet ihr auf meinem Foodblog.
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