Die Datenkrake namens Facebook

Ihr Lieben,

heute muss ich einfach mal etwas loswerden, das Facebook und das Datenkraken-Phänomen betrifft.
Keine Sorge, es folgt kein Artikel über Snowden oder die NSA, sondern einfach nur etwas, was mich ganz persönlich nervt und stört.

Viele von uns sind auf Facebook vertreten und dort tummeln sich alle möglichen Leute. Es ist quasi wie in der Schulzeit: Die Einen mag man und die Anderen kann man nicht leiden.
Der Vorteil an der virtuellen Welt ist, dass man denen, mit denen man nicht sprechen möchte, auch ganz einfach aus dem Weg gehen kann. Oder sagen wir mal: Es ist bedeutend einfacher, als damals auf dem Schulflur.

Ich gehöre nicht zu den aktivsten Facebook Usern, da ich mit meinen engen Freunden ohne Social Networks Kontakt halte (Wahnsinn, aber das gibt es tatsächlich noch!) und mit allen anderen kommuniziere ich größtenteils über Twitter oder über’s Smartphone. Wie es heutzutage eben so ist. Ihr kennt das.
Gerade ist das Thema Datenklau wieder brandaktuell, wofür nicht nur ein Twittermädchen in den letzten Tagen gesorgt hat (alle, die diese Soap Opera verfolgt haben, wissen wen/was ich meine).
Auf Facebook achte ich immer darauf, welche Daten ich für wen zugänglich mache und vor allem überlege ich mir im Vorfeld, was ich dort veröffentliche und was besser nicht. Ich bin der Meinung, dass letzten Endes jeder selbst dafür verantwortlich ist, wie viel er auf seiner Facebook Pinnwand von sich preisgibt.

Zurück zum Thema: Es tummelt sich auf Facebook mittlerweile auch ein buntes Potpourri aus Unternehmen, Bloggern und anderen Anbietern, die uns meistens etwas verkaufen möchten. Sei es nun eine Dienstleistung, ein Informationsdienst oder ihre Produkte.
Ich selbst folge vielen Unternehmen und Bloggern auf Facebook, weil ich es bequem finde, die vielen Neuigkeiten auf diese Art zu verfolgen und einigermaßen up-to-date zu bleiben.
Klar, meine Lieblingsblogs sind alle in meinem RSS Feed Reader gespeichert, aber dennoch finde ich es oft sehr hilfreich, wenn ich durch die Facebook News scrolle und sehe „Ach, hier ist mal wieder etwas los.“

Dazu gehört auch, dass ich total gerne beobachte, wie andere Blogger/innen & Unternehmen ihre Social Media Aktivitäten gestalten. Vor allem interessiert mich das Thema Verlosungen und deren Abwicklung, was mich direkt auf den Punkt bringt, was mich nervt.
Und zwar genau DAS hier:

Daten

Bitte beachtet, dass die Verlosung von „MeinPaket.de“ nur stellvertretend für sehr, sehr viele Gewinnspiele gewählt ist, die über Facebook und sogenannte „Social Media Apps“ laufen.
Mich nervt unendlich, dass die Veranstalter dieser Verlosungen die Leute, die teilnehmen möchten, dazu zwingen, die o.g. Angaben für deren Zwecke freizugeben.

Meine E-Mail Adresse?
Okay. Irgendwie müsste man mich im Gewinnfall ja benachrichtigen können.
Mein öffentliches Profil?
Erstens frage ich mich, warum es noch immer so viele Leute gibt, die ihre Profile auf komplett öffentlich gestellt haben, aber das ist ein anderes Thema, über das man vermutlich ganze Abhandlungen verfassen kann.
Aber zweitens frage ich mich, ob diese Information für den Veranstalter wirklich notwendig ist. Ich würde mir noch gefallen lassen, dass diese Informationen für statistische Daten verwendet werden, um die Zielgruppe genauer zu definieren. Okay. Wenn ich ein Facebook User bin, der seine Informationen bewusst preisgibt, kann ich ggf. auch damit noch leben.
Aber: Zugriff auf meine Freundesliste?
Wtf? Da hört für mich der Spaß und auch die Freude an Verlosungen auf. Was wollen die Unternehmen mit den Informationen aus meiner Freundesliste? Wenn man MEINE Daten erheben will, weil ICH an einem Gewinnspiel teilnehmen möchte, dann ist das MEINE Entscheidung. Wenn ich sage „Das macht mir nichts aus, sollen sie doch.“, dann fülle ich die Daten aus und gebe freiwillig diese Informationen preis.
Doch was ist mit meinen Freunden? Wollen die denn überhaupt an Verlosungen teilnehmen? Interessiert die überhaupt das Gleiche, wie mich? Und überhaupt: Werden die überhaupt gefragt, ob sie wollen?
NEIN!
Denn wenn ich nun einfach gedankenverloren auf „Ok“ klicken würde, wäre es schon passiert. Die Daten Dritter (in dem Fall meiner Freundesliste) werden zugänglich gemacht und was weiß denn ich, was die Unternehmen daraus wieder für Daten erheben. Am Ende bekommen irgendwelche Leute irgendwann einmal Werbung zugeschickt und wundern sich, warum und wieso.

Ich veranstalte auf meinen Blogs auch oft Verlosungen und empfinde es als eine Selbstverständlichkeit, dass nur die Angabe einer gültigen E-Mail Adresse nötig ist, man den/die Gewinner/in nach der Auslosung benachrichtigt, sich die Adresse für den Versand geben lässt und die Daten danach NICHT weiterverwendet und LÖSCHT.
In was für einer Welt leben wir denn?! (Bitte darauf keine ernsthaften Antworten in den Kommentaren abgeben, mir ist schon klar, in was für einer Welt wir leben.)

Ich empfinde es als absolutes Unding, dass Facebook gefühlt eine Milliarde AGB hat, die vor allem Fanseitenbetreibern das Leben schwer machen, dann aber solche Social Media Apps zulässt, die ungefragt die Daten von Dritten einkassieren.
Ich möchte gar nicht wissen, wie viele User sich darüber gar keine Gedanken machen und einfach auf „Ok“ klicken, weil sie ein Pony gewinnen wollen.
Wenn ich solche Meldungen erhalte, dann entlike ich die Seite direkt wieder, ohne an der Verlosung teilzunehmen.
Auch wenn meine Daten vermutlich schon irgendwo verteilt wurden, weil andere gar keinen Gedanken daran verschwenden, möchte ICH die Daten MEINER Freundesliste nicht einfach preisgeben. Ich weiß ja gar nicht, ob die das wollen.
Da verzichte ich lieber auf die Verlosung.

Tja. Solle Sache, mit dem Daten weiterreichen, da fragt man sich schon, warum es so viele Richtlinien und Regeln gibt und am Ende halten sich doch nicht alle dran.
Oh wait, die Daten werden ja auch an die Geheimdienste verkauft weitergegeben.
Schlägt sich der Bogen zur NSA also doch noch. Wie schön.

Liebste Grüße
Eure
MissCreARTiv Signatur

2 Gedanken zu „Die Datenkrake namens Facebook

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