Morgenstund

Heute Nacht Morgen klingelte um halb sechs der Wecker. Halb sechs. 5:30 Uhr.
Das ist für Nachteulen wie mich vielleicht die perfekte Zeit, um ins Bett zu gehen, aber ganz bestimmt nicht, um aufzustehen. Normalerweise klingelt bei uns um 8 der Wecker. Wir haben das Glück, mit einem etwas späteren Arbeitsbeginn gesegnet zu sein und das ist auch echt gut so.

Zurück zu heute früh. Aufstehen musste ich genau genommen nicht so ganz, denn das penetrante Weckergepiepse galt dem Liebsten, der heute bereits um 7 einen Kundentermin hatte.
Um sieben. Wer um alles in der Welt vereinbart solche Kundentermine?
Aber bekanntermaßen heißt es ja „Was muss, das muss.“, also klingelte der erste Wecker um 5:30 Uhr neben dem Bett. Ihr habt richtig gelesen, der erste Wecker.
Nachdem wir bereits ein paar Mal sehr erfolgreich verschlafen haben, weil wir im Wecker-Ausmachen mindestens olympisches Gold verdient hätten, sind wir zur erfolgreichen Taktik übergegangen, den Wecker am Bett zuerst klingeln zu lassen. Dicht gefolgt von einem zweiten Wecker, der im Flur steht.
Das heißt, man muss aufstehen, um sich des nervigen Gebimmels zu entledigen.

Um halb sechs klingelt also der erste Wecker. Ich werde wach, der Liebste rührt sich nicht.
Auf mein „Schatz, der Wecker klingelt.“ bekomme ich als Antwort nur ein ins Kissen gebrummtes „mh“.
Erst als der zweite Terrorapparat im Flur losbrüllte, schlurfte der Liebste aus dem Bett und ins Bad.
Ich lag nun halbwach im Bett und dachte „Oh mein Gott, so früh.“ und versuchte vergeblich in den verknuddelten Decken meine eigene irgendwo wiederzufinden, um mich nochmal einzukuscheln.
Erfolglos, also einfach unter dem Bettenberg liegen bleiben und nicht bewegen.
Ich hatte beschlossen, bis halb 8 eine zweite Schlafetappe einzulegen. Ich musste auch etwas früher aufstehen als sonst, um zur Werkstatt zu fahren, da meine blöde Park-Distance-Control im Auto gestern früh beschlossen hat, einen Tinnitus zu imitieren. Legt man den Rückwärtsgang ein, wird man mit einem 7 sekündigen „piiiiiiieeeeeeeeeeep“ terrorisiert.

Es ist kurz vor sechs, ich liege im Bett und versuche, möglichst entspannt nochmal einzuschlafen, was gar nicht so einfach ist. Kennt ihr das? In allen möglichen und unmöglichen Situationen könnte man den Kopf einfach irgendwo ablegen und sofort in komatösen Tiefschlaf fallen. Ich habe es schon fertig gebracht, mit dem Kopf auf der Tischplatte zu schlafen oder im Sitzen auf einem Stuhl. Aber wehe, man will vorsätzlich einfach nochmal ’ne Runde schlafen. Dann geht nichts. Gar nichts.
Ich bin irgendwann ein bisschen weggedöst und höre, wie vor dem Haus hektische Schritte durch die Gegend trappeln, eine Autotür viel zu heftig zuknallt und mit quietschenden Reifen davongebraust wird.
„Kacke, hat jetzt jemand mein Auto geklaut?“, ist der erste Gedanke, der mir im Halbschlaf durch den Kopf ballert.
Klar, ist ja auch logisch. Natürlich bedeuten diese Geräusche, dass jemand mein Auto, das direkt vor dem Haus parkt, geklaut haben muss. Völlig ausgeschlossen, dass eventuell auch andere Menschen für die olympische Disziplin „Wecker-ausmachen-und-verschlafen“ trainieren, um uns die Goldmedaille abzujagen.
„Wenigstens wird der Dieb sofort von der kaputten Park-Distance-Control gequält.“, denke ich noch ein bisschen schadenfroh und penne endlich weg.

Ich war tatsächlich um Punkt 9 in der Werkstatt, ohne zu Verschlafen und das mit nur einem Wecker. Völlig überraschend wurde mein Auto nämlich doch nicht gestohlen und stand noch auf dem Parkplatz vor dem Haus.
Wie vermutet, hat tatsächlich einer der Sensoren seinen Dienst quittiert und muss ersetzt werden.
Hurra.
Ich wünschte, Onkel Dagobert wäre mein Onkel.

Liebste Grüße
Eure
MissCreARTiv Signatur

2 Gedanken zu „Morgenstund

  1. Adriana sagt:

    Ich kenne das nur zu gut! Das könnte mein Morgen sein. Als heute mein Wecker losging (und das auch noch knapp 2 Stunden später als bei dir) dachte ich spontan „Das muss ein Witz sein!“ War es aber leider nicht … =(

    Nacht- und Bucheulen wie wir haben es nicht leicht …

  2. Ohweh, für Kreativköpfe ist das wirklich eine unchristliche Zeit! Bei mir ist das immer ganz schlimm in der Nacht von Sonntag auf Montag. Ich muss mich regelrecht zum Schlafen zwingen und drehe mich von einer Seite auf die andere und bin eigentlich völlig genervt, weil ich nicht einschlafen kann – und dann kommt der Hammer um 6:00 Uhr. Der Wecker. Also der Montagmorgen ist bei mir wirklich IMMER im Eimer.

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